23.06.2009

Zwei Szenen sollten gedreht werden, das panische Erwachen unseres Protagonisten Merlin Weerstand (Florian Göbel) und dessen Suizid in seiner AIH-Zelle. Unerwarteterweise schafften wir diese Szene in nur 13 Takes, die sich auf vier Einstellungen verteilten. Es sollte zwar nichts langes werden, dafür aber schauspielerisch etwas anspruchsvoller. Wie man daraus sich leicht vorstellen kann, lief der Dreh ziemlich gut, etwas zu gut.
Florian musste beim panischen Erwachen entsprechend schnell aus seinem Bett, dabei kippte auch schon mal die ganze Matratze hinterher.

Merlin Weerstand (Florian Göbel) in seinem Bett















Die alte Matratze überlebte zwar 40 Jahre DDR, aber das panische Erwachen war ihr definitiv zu viel. Schon während der Szene hörten wir das Reißen des alten DDR-Stoffes am Fußende der Matratze. Wir dachten uns dabei nicht viel, Florian sollte eben etwas vorsichtiger von nun an sein, das Loch im Stoff war sicherlich schon vorher da. Vorsicht war aber schwer umzusetzen bei einer solch schnellen Szene und einem solch brüchigen Material. Das Ergebnis war letztendlich ein großer Riss über die ganze Breitseite am Fußende. Leider brauchten wir das Bett aber in der nächsten Szene, die noch ausstand. Klebestreifen verhinderte das Weiterreißen nicht, jedenfalls nicht unseres. Zuhause sollte das klaffende Loch dann geflickt werden. Um auch wirklich sicher zu gehen, dass sich dieser Vorfall nicht wiederholt, bauten wir gleich noch einen kleinen Tisch, der mit seinen 30 cm genau unter das Bett bzw. den Rücken des Darstellers passt und somit das Spannen der Liege ausschließt, vor allem während des Hinlegens und des Aufstehens. Die zweite Szene wollten wir nicht gleich im Anschluss drehen, sondern erst auf die heimische Flick-Reparatur warten. So hatten wir dann am Ende des Drehtages zwar nicht zwei abgedrehte Szenen, aber zumindest eine und ein kleines "Matratzenunterstelltischchen", wie ich unsere Erfindung mal taufen würde.

 (v.l.) Betti Wartke, Gregor Tallig und Florian Göbel nach vollendeter Arbeit am "Matratzenunterstelltischchen"