11.07.2009

An diesem Morgen wurden wir von dem herrlichen Duft einer wunderschönen Rose geweckt, die von der fleißigen Betti in aller Früh schon aus dem Garten gepflückt wurde. Kein Wunder, dass dieser Tag ein ganz besonders schöner werden sollte.
Gegen dreiviertel zehn machten wir uns dann auf den Weg, Florian Göbel mit ins Auto zu holen, um dann weiter ins Studio zu fahren. Mal wieder nahmen wir uns zwei Szenen für einen Drehtag vor, diesmal mit insgesamt 26 Einstellungen. Es ging um die Ankunft unseres Protagonisten Herrn Weerstand (Florian Göbel) in der AIH, um den ersten Kontakt mit seiner Zelle und dem alltäglichen Leben, das ihm von nun an bevorstehen würde.

Merlin Weerstand (Florian Göbel) mit der Nährwertinformation seines AIH-Essens










 





Mitten am Drehtag überkam uns dann ein kreativer Schwall, plötzlich machten wir aus zwei Einstellungen eine, dann aus drei eine. Wir packten alles in eine Kamerafahrt, die wir mit der Steadicam umsetzten. Da Merlin (Florian Göbel) dabei aber ein Stück Kreide über seine Schulter achtlos wegwerfen sollte, dieses aber genau das Bett bzw. die Stelle des Bettes treffen sollte, auf der wenige Momente später in der Einstellung sein Rücken liegen sollte, und diese bestimmte Stelle natürlich nicht immer traf, musste eine Lösung her. Die Lösung hieß Fabian Kirsch, der in den wenigen Sekunden, in denen das Bett nicht im Bild war, schnell die gegebenenfalls unglücklich gelandete Kreide wieder auf die richtige Position verhalf. Damit dieser Trick nicht im Ton bemerkbar ist - die Schuhe hatte er schon ausgezogen, nur die Hose machte noch Geräusche beim Laufen zum Bett - mussten Hüllen fallen.

 Unterschiedliche Temperaturempfindungen - (v.l.) unsere unter zwei Jacken und einem T-Shirt eingepackte Tontechnikerin Betti Wartke und unser farbenfroh, sommerlich anmutender Regie-Assistent Fabian Kirsch








 



 

Leider verließ uns unsere Tontechnikerin schon vor Drehende, auch wenn sich die Zeit danach eigentlich nur noch durch Warten prägte. Kurz nach ihrem Verschwinden trafen alle Bandmitglieder im Keller ein, wir warteten auf die ersten Klänge der Bandprobe, um sicher zu sein, dass wir den Dreh abbrechen können. Diese Klänge kamen aber nicht, auch nach langem Warten. Leider konnten wir auch nicht weiterdrehen, da das Gespräch der Band im Zimmer am anderen Ende des Flures sonst im Hintergrund mit auf unserer Tonspur gewesen wäre. Am nächsten Drehtag, an dem wir dann die letzten 4 Einstellungen der zweiten geplanten Szene drehen mussten, sollte uns klar werden, warum die Band nicht geprobt hat.
Es war ein schöner Tag, auch wenn wir nicht alles geschafft haben, was wir uns vorgenommen hatten, wurde trotzdem viel gelacht.

Erste Komponierversuche für die Filmmusik - (v.l.) Gregor Tallig und Florian Göbel