12.07.2009

Dieser Drehtag ist eigentlich eher zufällig zusammengewürfelt wurden. Geplant war eine Szene, die wir dann aber auch gleich am Vortag mit abdrehen wollten, sodass am Sonntag das Studio leer bleiben sollte. Bei der Organisation für den Dreh am 19.07.09 kollidierten wir dann aber mit der Urlaubsplanung unserer Darstellerin. Wir planten ihre Szene also kurzer Hand einfach um, und zwar auf den 12.07.09, da es ohnehin nur zwei Einstellungen waren und wir dafür auch nur zwei Stunden einkalkulieren mussten. Um dann nicht lediglich für zwei Einstellungen ins Studio zu fahren, sondern wenigstens für sechs, sorgte am Vorabend unser empfindliches Mikrofon, das das Gespräch von Mietern am anderen Ende des Flures im Hintergrund mit aufzeichnen wollte, für den Abbruch des Drehs nach 22 von insgesamt 26 Einstellungen. Der Grund des Gesprächs am anderen Ende des Flures war offensichtlich, wie wir an diesem Tag gleich früh bei der Ankunft erfuhren, ein Videodreh. Wem kann man sowas schon Übel nehmen? Erfahrungsgemäß stoßen zwei Videodrehs am gleichen Drehort natürlich auf - zumindest - akustische Interferenzen, dies war dann bei den Einstellungen im Kellerflur, und später auch in der AIH-Zelle, auch der Fall.

Unsere freundliche Tontechnikerin Betti Wartke















Ab 10 Uhr morgens beschäftigten wir uns dann also mit der Szene, in der Marka Mager (Anne Jekien), die Frau von unserem Bio-Bauern Markus Mager, aus der Nachbarschaftsabendbrotsszene voll Wut auf ihren Mann flieht. Blind vor Wut rechnete sie aber nicht mit den Wachen (Felix Kuhnert und Robin Marx) auf dem Flur, die sie nach mehrmaligen Warnungen letztendlich festnehmen müssen. Eine Szene, die in zwei Einstellungen und knapp einer Stunde zu bewältigen war, schließlich wollten alle kurzfristig organisierten Darsteller auch wieder schnell nach Hause.

 Ein seltener Anblick - Gregor Tallig an der Klappe















Nachdem alle Darsteller der ersten Szene wieder Zuhause waren und unser Darsteller der zweiten Szene Florian Göbel am Set angekommen war, machten wir uns daran die vom vorigen Drehtag verbliebenen vier Einstellungen in den Kasten zu bekommen. Dies ging erstaunlich langsam voran, da alle möglichen Probleme unseren Weg kreuzten. Wollten wir in einer Einstellung die Tür der Zelle offen lassen, um eine totalere Perspektive mit dem Tele-Objektiv unserer Kamera - ein Weitwinkelobjektiv würde unsere Konten sprengen - zu erhalten, mussten wir das Ende der Drehpause der Band abwarten, da diese sich sonst unbewusst auf der Tonaufnahme verewigt hätte. Auch der Schrank, der zur Aufbewahrung der Berufs- und Alltagskleidung unseres Protagonisten Merlin Weerstand dient, tüfftelte an seinem ganz eigenen Beitrag uns das Filmemacherleben schwer zu machen. Seine Idee brachte er in mehrere Takes ein, indem er sich nicht schließen ließ oder nach dem Schließen einfach selbstständig wieder öffnete.
Nach unglaublichen drei einhalb Stunden waren wir dann auch um diese vier Einstellungen erleichtert. Aber auch trotz langwierigen Wartens war es ein sehr ausgelassener und amüsanter Drehtag.

Nacktheit und ausgelassene Stimmung am Set - (v.l.) Fabian Kirsch mit einem Aktbild gemalt von Alexandra Haberland, die Künstlerin selbst, Betti Wartke mit Hawaii-Kette und Gregor Tallig