19.07.2009

Die Liste füllt sich. Allein drei von insgesamt 42 Kreuzen konnten heute nach dem Dreh in unsere Szenenübersicht aktualisiert werden. Somit sind nunmehr noch sieben Szenen zu drehen, bis der Film das Prädikat "abgedreht" erhalten wird, voraussichtlich Ende August.
Wir hatten im Flur nur noch zwei Szenen und zwei Einstellungen einer Szene zu drehen, um alles, was mit dem Flurbereich der AIH zu tun hatte, im Kasten zu haben. Zuerst nahmen wir uns die Essenspaketszene vor, in der sich Merlin Weerstand (Florian Göbel) und Markus Mager (Jonathan Kühn) zum ersten Mal in ihrem neuen Zuhause wiedertrafen, eine kurze Unterhaltung, die aber auch gleich durch die Wächtern abgebrochen wurde. Auch wenn wir diese erste Szene wie geplant bis 12 Uhr fertig hatten, beschlich uns das Gefühl eher langsam und träge gearbeitet zu haben.

Betti Wartke ist glücklich über die neuen Kreuze auf der Szenenübersicht















Unserer neuen Statistin Franziska Büchel sagten wir, dass sie jetzt fertig sei und wieder nach Hause fahren könne. Später fiel uns dann ein, dass das so nicht stimmte, denn wir hatten in einer anderen Szene noch eine Einstellung, in der sie zu sehen sein sollte. Es wäre sehr ärgerlich gewesen, durch unsere Vergesslichkeit gleich einen neuen Drehtag mit allen Darstellern zu organisieren, also wollten wir es mit einem freundlichen Telefonat probieren, um Franziska auf halber Strecke nochmal zum Umkehren zu bewegen. Die Freundin von Franziska, unsere geliebte Tontechnikerin Betti Wartke, gab das Handy dann an mich weiter, schließlich war es ja auch mein Versagen, das ich da wieder glatt zu bügeln hatte. Anfangs erklärte ich, dass wir eine Einstellung vergessen hatten, in der sie aber zu sehen sein müsste und ob sie eventuell so nett wäre nochmal kurz an das Set zu kommen. Sie schien nicht ganz im Klaren darüber zu sein, was ich damit sagen wollte. Dann kam die Frage, wer ich denn überhaupt sei. Ich meinte, der Mann, der vorhin hinter der Kamera stand, Gregor eben. Sie reagierte mit weiterem Unverständnis, so als würde sie mich nie getroffen haben. Mir fehlten so langsam die Worte und ich hoffte Betti könnte in dieser Situation Klärung bringen und gab ihr das Handy. Wenige Minuten später sollte ich nochmals das Handy in die Hand gedrückt bekommen, mit den Worten, diesmal sei es wirklich Franziska Büchel und nicht wie zuvor aus Versehen Franziska Böttcher, die unglücklicherweise im Telefonbuch gefährlich nah bei Frau Büchel stand.

 Die echte Franziska Büchel
















 

(v.l.) Alexandra Haberland, Frances Protzmann und Betti Wartke vereint















 

 Gregor Tallig, der sich in die Rolle des AIH-Insassen versetzt hat















Die zwei großen Szenen an diesem Tag, die wir zu drehen hatten, stammten noch vom 13.06.09, der Tag an dem wir schon einmal alles gedreht hatten und es sich das Tonaufnahmegerät gehässigerweise nicht verkneifen konnte uns dann am Ende zu quittieren, dass wir von diesem anstrengenden Tag nicht eine Tonaufnahme haben werden. Da wir dann erst einmal alle anderen, schon feststehenden Drehtermine abarbeiten und nicht verschieben wollten und auch erst einmal die noch nicht gedrehten Szenen im Flur filmen wollten, damit es nicht langweilig für alle Beteiligten wird, ließen sich diese Szenen erst einen Monat später wiederholen. Einen Vorteil brachte uns das Nachdrehen bei allem Ärgernis dann aber doch, denn wir konnten uns zu diesem Termin schon alle auf dem Papier geplanten Einstellungen auf dem PC anschauen und die Fehler vermeiden, die wir am 13.06. aus Vergesslichkeit, Unorganisiertheit oder einfach aus Hektik machten. Letztlich hatten wir dann fast eine A4-Seite voller Verbesserungen und zu vermeidener Anschlussfehler. Zudem ölten wir unsere Steadicam und meine Mutter passte die Klettverschlüsse an der Weste an, sodass sie enger an meinem Körper anliegen konnte, wodurch sich das Gewicht des System minimierte und störende Nebengeräusche ausblieben. Dieser Drehtag konnte also nur perfekt werden, und er wurde es auch, auch wenn wir im Vergleich zum 13.06. wesentlich langsamer arbeiteten. Aber gut, so wie es Florian Göbel auffiel, das lief dann eben nicht so gut, wodurch dann aber anscheinend das wichtigste, die Bild- und Tonaufnahmen funktionierten. Trotzdem gab es auch eine Schreckenssekunde. Als ich die Kamera für die nächste Einstellung umbauen musste, riss ich per Steckdosenleiste auch gleich das Tonaufnahmegerät samt Galgenstativ und Mikrofon mit. Das Ergebnis war, dass das alles auf dem Boden lag, auch das Tonaufnahmegerät, das von uns gleich getestet wurde, ob es denn noch unsere aufgenommenen Dateien abspielen kann. Und es konnte, zum Glück, es war sein Geld anscheinend wert. Später allerdings kam eine Warnung, dass der Akku bald leer sei, obwohl es mit Strom verbunden war. Erinnerungen an unseren alten Tonrekorder kamen hoch, der uns auch runtergefallen war und das Stromkabel durch den Aufprall zunächst einen Wackelkontakt verursachte. Letztlich brach der Kontakt im Gerät ganz ab und es war keine Stromversorgung mehr per Kabel möglich. Zum Glück fanden wir aber schnell heraus, dass nur die Steckdosenleiste einen Wackelkontakt hatte.
Beim Aufräumen realisierten wir dann das, was wir an diesem langen, anstrengenden Tag vollbracht hatten, der ganze Flurbereich konnte jetzt abgehakt werden, die Szenen, die wohl mit am schwersten zu organisieren waren und für die wir letztendlich über eine Zeitspanne von über einem Monat drehten.

Eine kurze Überlegung, dann konnte der Dreh im Gang der AIH weitergehen















 

 Unser Gruppenfoto - (v.l.) Jonathan Kühn, Robin Marx, (mittig von vorn) Gregor Tallig, Thomas Wambolt, Fabian Kirsch, Betti Wartke, (v.l.) Alexandra Haberland, Felix Kuhnert und Florian Göbel