23.07.2009

Eigentlich planten wir den Beginn des Drehtags auf 9 Uhr, beim Benachrichtigen der Darsteller wurde daraus dann 10 Uhr. Und eigentlich wäre 9 Uhr auch besser gewesen, aber letztendlich hätte es dann doch nicht viel geändert.
Es sollte die Szene gedreht werden, in der die Eingangstür des Komplexes, in dem unsere Filmfiguren ihr Dasein in der AIH fristen, Markus (Jonathan Kühn) von seinem Sohn (Thomas Wambolt) trennt nach dem nur halb erfolgreichen Fluchtversuch der Beiden. Dass das nicht ohne Emotionen und Tränen über die Filmbühne geht, wenn ein Vater seinen Sohn verliert, dem er nie richtig zeigen konnte, dass er ihn wirklich liebt, und wenn ein elfjähriger Junge sich plötzlich von seinem Vater trennen muss, um nicht von den Wächtern der AIH gefangen genommen zu werden, und völlig ahnungslos und verzweifelt seinen Weg allein gehen soll, scheint nicht weit hergeholt zu sein.

Die Klappe ist schon bereit die nächste Aufnahme der Szene an der Tür einzuleuten










 





Wir wussten, dass die Ruhe, die wir für diese Szene benötigten, wohl spätestens 14 Uhr durch die Öffnung des über unseren Drehort befindlichen Jugendclubs gestört werden würde. Aber auch schon vorher mussten wir Aufnahmen abbrechen, weil Autos auf der Straße an dem Gebäude vorbeifuhren. Später stellten wir sogar eine Matratze auf, die einfallendes Tageslicht und einfallende Schallwellen von einer Baustelle gegenüber mindern sollte. Auch der Kameramann machte mit seiner Hose bei einer schwierigen Steadicamfahrt unerwünschte Hintergrundgeräusche, wodurch diese Hülle dann auch fiel. Letztendlich überlegten wir uns dann doch eine andere Bewegung mit der Kamera, da die eigentlich geplante nicht umsetzbar war, denn für die gewünschte Wackelfreiheit des Bildes hätten wir schon einen Dolly gebraucht.

 Der Kameramann in Unterwäsche (nicht seine beste -  muss man dazu sagen)




















Es gab immer wieder störende Geräusche im Hintergrund, sodass wir in 4 Stunden auch nur die Hälfte der Szene schafften, wir hätten aber realistisch gesehen niemals alles geschafft, dafür war die Zeit zu knapp bemessen, auch wenn wir eine Stunden mehr gehabt hätten. Mit dem Einfall der ersten Kinderhorde in den Jugendclub war uns dann aber auch klar, dass wir an diesem Tag keine ruhige Aufnahme mehr machen werden, ohne bis 19 Uhr auf die Schließung des Clubs zu warten. So machten wir uns dann aus, am nächsten Tag 7 Uhr unsere Arbeit fortzusetzen, so dass wir auch sieben Stunden für die andere Hälfte der Szene nutzen konnten.

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