04.09.2009

Dass der Dreh am ersten Wochenende im September stattfinden wird und muss, war hinreichend bekannt, welche Szene wir aber drehen sollten, wechselte nicht nur ein Mal. Zuerst war, so wie es schon seit der Fertigstellung des Drehbuches feststand, die Kunstausstellung, die Merlin schon bei seinem Besuch in der Kneipe Farbwechsel gegenüber Markus Mager ansprach, für den Dreh vorgesehen. Gleich zu Anfang der zwei Wochen, die uns zwischen dem letzten Drehtag und dem ersten Wochenende im September blieben, beschlich uns das Gefühl, diese Szene nicht drehen zu können. Den überarbeiteten Text inklusive Handlung hatten wir schon, aber an allem andere fehlte es einfach. Die Probleme fingen schon bei der Suche nach dem geeignetem Raum an, setzten sich im Hinblick auf die zur Schau zu stellenden Kunstwerke und ihre verschiedene Macharten fort und uferten schließlich bei der Anbringung und Darbietungsweise der Objekte. Wir hätten einfach zu viele gleiche Bilderrahmen und Podeste benötigt, die wohl in ihrer Masse außerhalb unseres Budgets gelegen hätten.
Wir entwarfen einfach eine neue Szene, denn irgendwas sollte nach Farbwechsel schon noch passieren. Wir wollten einfach noch ein wenig unsere Figuren zeichnen und gewisse Sachen gesagt haben. Der Text stand fest, die Szene aber fiel wieder ins Wasser. Beim Sichten des Rohmaterials der Szene, die nach dieser Szene hätte kommen müssen, bemerkten wir, dass diese Szene nicht ohne Anschlussfehler zusammenpassen können. Somit war auch diese Szene weg vom Fenster.
Zu guter Letzt entschieden wir uns dazu, die Szene, in der Merlin zu Farbwechsel läuft noch einmal rundum neu zu drehen. Und so kam es dann auch.

Dieses Schild lotste Merlin Weerstand (Florian Göbel) hinunter in die farbenwechselnde Kneipe














Vier Einstellung gab es immerhin am letzten Drehtag dieses Films zu drehen. Allein für die erste brauchten wir aber schon weit über zehn Versuche und dabei saß uns doch das Wetter im Nacken und ließ dort auch alle Haare aufstellen. Der Wetterbericht hatte für diesen Tag eigentlich Regen gemeldet und der Blick in den Himmel beruhigte da auch nicht. Schnell musste es gehen. Ging es aber eben nicht, da oftmals einfach zu viele oder völlig unpassende Nebengeräusche auftraten. Dann musste auch noch die Kamerafahrt etwas modifiziert werden, damit im Film nicht neben dem Eingang der Kneipe ein rotes Kabel aus dem Fenster hängt.

 Auf zur ersten Einstellung - (v.l.) Betti Wartke und Gregor Tallig















Mit dieser Szene war es für diesen Tag aber noch nicht genug. Wenn schon einmal einige Leute unseres Drehteams zum filmen nah waren, ließen wir es uns nicht nehmen diese auch gleich zu dem Projekt zu interviewen. Das hatten wir ohnehin vor, und hier hatten wir gleich die Möglichkeit vier Befragungen in den Kasten zu bekommen. Beim Heimbringen unserer helfenden Hände filmten wir gleich noch drei weitere. Als wir fertig wurden, war die Dunkelheit bereits über uns hereingebrochen, der vom Wetterbericht versprochene Regen hatte auch schon längst begonnen. So endete dann in aller Ruhe der Tag und mit ihm auch die zweijährige Drehphase unseres Films "Monokultur".



Das letzte Gruppenfoto - sogar mit dem, was noch aus der frühsten Drehzeit stammt: der Farbwechsel-Bar - (v.l) Gregor Tallig, Frances Protzmann, Florian Göbel, Alexandra Haberland, Betti Wartke, Fabian Kirsch