Dreh-Doku von Monokultur ab dem 15.02.2009

16.03.2009

An diesem wunderschönen Montag drehten wir also in dem ein Tag zuvor für gut befundenen Haus gleich gegenüber. Etwas unwohl war uns ja doch, auch wenn uns unsere Darstellerin gesagt hatte, dass sie die Besitzer kennt und nach einer Drehgenehmigung fragen will. Wir gingen dann einfach davon aus, dass sie diese dann auch schon eingeholt hatte, da wir den Dreh nicht verschieben konnten bei dem engen Terminplan von unserer Protagonisten Juliane Filter. Als wir dann schon eine Einstellung im Kasten hatten, fuhr ein Auto vor und hielt genau vor dem Gartentor dieses Hauses. Es stiegen drei Personen aus und kamen auf das Grundstück, genau auf uns zu. Wir dachten uns schon, dass der Tag wohl auf dem Polizeirevier enden würde. Es schien der Besitzer, ein Maklerin und ein Interessent für das Haus zu sein. Der Besitzer fragte uns dann jedenfalls, was wir hier schönes filmen. Ich verwies in meiner latenten Angst dann auf das, was uns unsere Darstellerin ein Tag zuvor sagte. Unerwarteterweise sagte der Mann dann, sie würde uns nicht lange stören und in 5 Minuten auch schon wieder verschwunden sein. Eine kaum zu glaubene Reaktion, für die man schon ein sehr wohlwollender und friedlebender Mensch sein muss.
Mit gutem Gewissen drehten wir dann weiter, später sogar noch einige Fluchtszenen in einem Wald, bis zur völligen Erschöpfung unserer Darstellerin Juliane Filter und bis die Sonne dann hinter dem Horizont verschwand.




15.03.2009

Leider erhielt ich eine SMS von unserem Darsteller, der den Bauersmann spielt, dass er leider krank ist. Kein Wunder, wenn man am Vortag erst aus Italien wiederkam, kaum im Bus schlafen konnte und dann noch bis 20 Uhr am Abend drehen muss. Trotzdem holten wir unsere Darstellerinnen Betti Wartke und Juliane Filter von Zuhause ab, um dann noch schnell auf dem Weg nach einem passenden Drehort für den nächsten Tag zu suchen. Denn leider überflutete ja das Hochwasser die Anbindung an die eigentlich ausgesuchten Spielstätte....




08.03.2009

Ein Drehtag, der sprichwörtlich ins Wasser fiel.
Schon als wir am Drehort ankamen, mussten wir erkennen, dass der Weg, auf dem Lea in dieser Szene zu einer Bauernfamilie gelangen sollte, vom Hochwasser als Verkehrsweg genutzt wurde. Es lag schon fast der Gedanke in der Luft, den Dreh abzusagen, denn die Wolken am Himmel versprachen auch keine guten Aussichten. Nungut, dachten wir uns, wir drehen auf jeden Fall, und ein grauer Himmel passte schließlich auch zur Szene.
Letztlich kamen wir dazu, in 4 Stunden genau eine Einstellung fertigzudrehen, da immer wieder die Technik vor sporadisch auftretenden Nieselregen unter die Abdeckfolien verbannt wurde. Das Catering konnte wir nach ewigem Warten dann auch nur im Auto genießen, unsere Ausrüstung wartete solang brav unter unserem Pavillion. Wartete auf ihren Abtransport, da der sich der Regen nun auch noch verstärkte.






14.03.2009

Dieser Dreh war seit langen ein Wiedersehen mit einem Darsteller, mit dem ich 2005 schon einmal gedreht habe, Max Thomik. Er passte, wie sich auch während des Drehs rausstellte, wie kein anderer in die Rolle eines Mannes, der mit seiner Frau auf dem Land einen Hof unterhält. Es war auch ein Dreh mit Neuanfang, denn unsere neue Darstellerin Betti Wartke, die nun die Frau verkörpert, dreht zum ersten Mal mit uns. Nach wenigen Takes war sie dann auch schon schauspielerisch entfesselt. Das machte sich spätestens dann bei der Streitszene zwischen Mann und Frau bemerkbar. Durch das Schauspiel unserer beiden Darsteller und der Steadicam wurde die Szene sehr dynamisch und zog mich, als Kameramann, auf jeden Fall in ihren Bann.
Anfangs war noch kaum abzusehen, dass wir überhaupt noch zum Drehen kommen, da wir uns sehr lang mit der Maske aufhielten. Die Darsteller sollten ja auf jeden Fall älter aussehen als sie tatsächlich waren. Wir versuchten es mit dem Make-up-"Spezialprodukt" Old Age Stipple, das im Gesicht auch wie gewünscht Falten schlug, aber das einfach zu hell war, was wir einfach nicht an die natürliche Haut anpassen konnten. Nachdem wir so ziemlich alles probiert hatten, um es wie ein natürlich altes Gesicht aussehen zu lassen, brachen wir den Versuch mit Old Age Stipple ab, zogen also diese Gummimaske wieder von den Gesichtern der Darsteller. Graues Haar sollte dann aber zumindest noch sein. Ein einfaches Hausmittel hilft wie ein Wunder bei der Aufgabe, das Haar alt aussehenzulassen: Mehl. Zum Glück kauften wir ein Tag zuvor ein Kilo Mehl, denn wir brauchten es dann auch händeweise. Nach 2 Stunden Maske waren wir dann endlich so weit, die ersten Aufnahmen zu drehen. 5 Stunden arbeitet wir dann und schafften auch alles bis auf einen Dialog, den wir am nächsten Tag nachdrehen wollten.
Am Schluss sei noch gesagt, dass der Drehort auch sehr authentisch für diese Szene war, es war die Küche der schon vor einigen Jahren verstorbenen Großeltern unseres Regieassistenten. Danke auch an ihn und auch an seine Eltern, die uns dort duldeten.
Als dann alle Darsteller nach Hause gebracht waren, besprachen wir dann bis 2 Uhr Nachts den nächsten Drehtag, um dann 10 Uhr morgens aufzustehen und wieder alle abzuholen.




22.02.2009

Andreas Dresen brachte das Filmemachen in einem Interview auf den Punkt, es gibt zwei Möglichkeiten wie man zu seinem Film kommt. Entweder er fällt einem einfach zu und alle Idee sind überraschenderweise ohne Probleme umsetzbar, oder der Streifen will erkämpft werden. Monokultur ist garantiert ein Projekt, das erfochten werden will. Darauf ließ jüngst dieser Drehtag schließen. Eigentlich war der Dreh recht gut vorbereitet, dafür, dass es eigentlich nur ein paar Treppenhausaufnahmen werden sollten, die die...